Deines Geistes hab ich einen Hauch verspürt


Deines Geistes hab ich einen Hauch verspürt
Deines Geistes hab ich einen Hauch verspürt
 
Mit diesen Worten endet die Ballade »Bertran de Born« von Ludwig Uhland (1787-1862). Der Troubadour Bertran de Born hatte einen Sohn des Königs Heinrich II. von England gegen seinen Vater aufgehetzt. Zur Strafe wurde sein Schloss zerstört und er selbst gefangen genommen. Als der Gefangene, Freund des im Kampf gefallenen Königssohns, vor den König tritt, rührt er ihn mit seiner Klage um den toten Freund. Der König gibt ihm die Freiheit mit den Worten wieder: »Meinen Sohn hast du verführt,/Hast der Tochter Herz verzaubert,/Hast auch meines nun gerührt:/Nimm die Hand, du Freund des Toten,/Die, verzeihend, ihm gebührt!/Weg die Fesseln! Deines Geistes/Hab ich einen Hauch verspürt.« (Ich ahne etwas von deinen dichterischen Fähigkeiten, erklärt damit der König.) - Das sehr literarische Zitat kann in einem Zusammenhang verwendet werden, in dem jemand andeuten will, dass er etwas von der Ausstrahlung einer bestimmten Person oder Sache wahrgenommen hat.

Universal-Lexikon. 2012.